Zum Inhalt

Geschäftsmodelle

In der Open‑Source‑Bewegung werden Quell‑ bzw. Design‑Dateien kostenfrei zur Verfügung gestellt. Für kleine Hobby‑Projekte, die von Einzelpersonen in ihrer Freizeit entwickelt werden, funktioniert dieses Modell ohne Weiteres. Viele der heute bedeutendsten und technisch anspruchsvollsten Open‑Source‑Hardware‑Initiativen entstehen jedoch in Forschungseinrichtungen, Unternehmen oder großen Konsortien. Dort werden umfangreiche Ressourcen – Laborinfrastruktur, Prototypen‑Fertigung, Test‑ und Validierungsaufwände – eingesetzt, und die beteiligten Fachkräfte erhalten ein reguläres Gehalt oder Honorar.

Deshalb muss zwischen der Kostenfreiheit der Lizenz (Nutzer:innen können das Design ohne Lizenzgebühr herunterladen und weiterverwenden) und den Entstehungskosten des Projekts unterschieden werden. Letztere werden in der Regel durch Fördermittel, Unternehmenssponsoring, Service‑ und Support‑Modelle oder den Verkauf von zugehörigen Produkten finanziert. Transparente Lizenz‑ und Finanzierungsangaben sichern einerseits die faire Vergütung des Entwicklerteams und ermöglichen andererseits, dass das Ergebnis weiterhin als offene, reproduzierbare Ressource für die gesamte Community bereitsteht.

Die untenstehenden Geschäftsmodelle beschreiben, wie Open Source Projekte dieses Geld erlangen können, ohne den grundlegenden Charakter von Open Source zu verlieren. Ausführlicher werden die Geschäftsmodelle in einem separaten Dokument vorgestellt. [LINK]

Für das Verständnis der Geschäftsmodelle sind zuerst Überlegungen zum Nutzen und vermarktbaren Ressourcen nötig. Jedes Geschäftsmodell braucht etwas zu Vermarktendes, was die jeweiligen Nutzer als wertvoll, erstrebenswert und damit kaufwürdig erachten. Für Open Source Projekte muss dies zum einen ein Nutzenversprechen beinhalten: die OSH muss aus Perspektive des Nutzers bzw. des Käufers einen handfesten, nachhaltigen Wert besitzen, damit es lohnt, sie zu erlangen und zu nutzen. Zum anderen muss für ein funktionierendes Geschäftsmodell eine vermarktbare Ressource (ein Asset) vorhanden sein. Etwas, was sich abgrenzen, spezifizieren und verkaufen lässt. Das kann zum Beispiel ein physisches Produkt, ein spezifischer Service für einen definierten Zeitraum oder die Arbeitszeit einer Person sein.

Das Nutzenversprechen einer OSS/OSH liegt allem Weiteren zugrunde. Ohne Nutzen keine Nutzer, aber auch: ohne mehr bzw. mindestens gleich viel Nutzen wie konkurrierende (auch kommerzielle) Lösungen keine bzw. nur wenige Nutzer. Dabei muss zumindest der Kernnutzen realisiert werden: die OSS/OSH erfüllt auf technischer Ebene das, was sie soll – so fehlerfrei, einfach nutzbar und schnell wie möglich.

Um interessanter und wertvoller als kommerzielle Alternativen zu sein, benötigt es aber noch Zusatznutzen, z.B. einen oder mehrere der folgenden:

  • Geringere Kosten: häufig ist OSH preiswerter als kommerzielle Alternativen. Allerdings ist sie nie kostenlos, weil der Nutzer noch Kosten für die Herstellung, ggf. notwendige Anpassungen, Training und weiteres hat.

  • Kein Lock-in-Effekt: mit jeder Hardwarelösung müssen Nutzer sich auf einen Lösungsweg festlegen. Eine Änderung ist mit teils recht hohem Aufwand für Suche nach Alternativen, Testen, Anpassen, Schulung usw. verbunden. Bei kommerziellen Lösungen ist man nach der Festlegung oft von einem quasi monopolistischen Anbieter abhängig. Bei OSH hat der Nutzer das ganze Know-how und kann im Fall von Problemen sich andere Dienstleister oder Anbieter suchen.

  • Modularität und Robustheit: Der häufig modulare Aufbau von OSH macht Lösungen in vielen Fällen robuster und einfacher zu warten.

  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Nutzer erhalten Transparenz über Aufbau und Funktionsweise, Änderungen und Anpassungen sind damit leichter vorzunehmen. In sicherheitsrelevanten Bereichen sichert diese Transparenz Vertrauen.

  • Community-Ressourcen: eventuell vorhandene Communities können große und vielfältige Ressourcen für Entwicklung und Tests beisteuern, womit ggf. schneller geändert und getestet werden kann.

  • Immaterieller Nutzen: das gute Gefühl „an etwas Richtigem teilzuhaben“, die Förderung von Potentialen z.B. in der Wissenschaftscommunity, die strategische Unabhängigkeit oder resilientere kritische Infrastruktur können auch Nutzen sein.

Die konkret vermarktbaren Ressourcen, die in einem Geschäftsmodell ganz konkret verkauft werden? Weil neben dem grundsätzlichen Nutzen von Open Source Projekten braucht es auch – quasi abrechenbare – Ressourcen zum Verkaufen. Das können sein:

  • Know-how und Informationen: unterstützen Weiterentwicklung, Anpassung und Implementierung

  • Personal mit Know-how: hilft ganz konkret bei Weiterentwicklung, Anpassung und Implementierung

  • Fertige Produkte: werden gefertigt und können direkt eingesetzt werden

  • Zugänge: Zugriff auf Ressourcen, Entscheidungen und Netzwerke hilft, Einfluss auf zukünftige Entwicklungen zu nehmen

  • Vertrauen: durch z.B. Image, Marken, Zertifizierungen, getestetes Zubehör und Material etc. hilft, die Bereitstellung von Produkten zu erleichtern und fördert deren Verkauf an Kunden

  • Besondere Rechte: erlauben Dinge, die anderen nicht möglich bzw. erlaubt sind wie z.B. gegen Regeln allgemeiner Open Source Lizenzen (wie z.B. Weiterentwicklungen auch Open Source stellen zu müssen) zu verstoßen, etwas früher zu haben oder etwas Besseres zu bekommen als normale Nutzer mit Open-Lizenzen

Für die Umsetzung der Geschäftsmodelle kann es auch sinnvoll sein, weitere Akteure neben den Entwicklern als Personen und ihre Organisation einzubeziehen. Gründe für zusätzliche Akteure können folgende sein:

  • Trennung vom Träger der OSS/OSH: die ursprünglichen Entwickler bzw. die Organisation, der sie angehören, darf, kann oder will bestimmte Geschäftsmodelle nicht umsetzen.

  • Finanzierung: manche Organisationen können ggf. notwendige Finanzierungen nur schwierig oder gar nicht erlangen.

  • Organisatorische Grenzen: komplexe Regeln wie Tarifverträge oder öffentliches Haushaltsrecht machen bestimmte organisatorische Maßnahmen sehr aufwendig oder unmöglich.

Hier können andere Organisationen diese Aufgaben zumindest teilweise übernehmen. Szenarien wären die folgenden:

  • Gründung einer neuen Organisation (Spin-off/Spin-out): wesentliche Aufgaben werden in einer neuen Organisation angesiedelt. Dabei muss auf die Eigentumsverhältnisse geachtet werden, weil öffentliche Einrichtungen bei signifikantem Miteigentum manche Zwänge „vererben“. Wichtig ist sicherzustellen, dass neue Organisation und Entwickler auch langfristig ähnliche Strategien verfolgen.

  • Nutzung einer spezialisierten Tochterorganisation: größere Organisationen v.a. aus dem öffentlichen Bereich haben spezialisierte Tochterorganisationen für wirtschaftliche Tätigkeiten, die mitgenutzt werden können.

  • Erledigung durch Partnerunternehmen: bestimmte Aufgaben können an unabhängige, partnerschaftlich mit den Entwicklern verbundene Unternehmen ausgelagert werden. Hier ist die Trennung am einfachsten, allerdings auch das Risiko, dass Entwickler und Partnerunternehmen sich „auseinanderleben“.

Wichtig ist zu klären, in welcher Form das Open Source Projekt weiterhin von dem/den Geschäftsmodell(en) profitiert.

  • Die Entwickler und der Betreiber des Geschäftsmodells schließen eine Art Lizenzvereinbarung, die dafür sorgt, dass ein Teil der Erlöse bzw. Gewinne aus dem Geschäftsmodell an die Entwickler weitergereicht wird (Erlösbeteiligung).

  • Die Betreiber des Geschäftsmodells übernehmen Kosten des Open Source Projektes (komplett oder nur einen Teil) und finanzieren diese mit Erlösen aus dem Geschäftsmodell (Entwicklungs- oder Supportpersonal beim Betreiber anstellen, Anschaffung von notwendigem Equipment für die Entwickler).

  • Die Entwickler bzw. deren Organisation profitieren materiell nicht direkt davon, allerdings fördert das Geschäftsmodell die Nutzbarkeit, die Zuverlässigkeit oder die Verfügbarkeit von OSS/OSH und nutzt dem Open Source Projekt indirekt.

Dienstleistungen

Business Modell Dienstleistungen

Der Verkauf von Dienstleistungen begleitend zu einer freien, kostenlosen Lizenz ist das mit Abstand meistgenutzte Geschäftsmodell. Es funktioniert für sehr viele, auch kleinere OSH Projekte. Dabei werden zu einer OSH die unterschiedlichsten Dienstleistungen angeboten, die dem Nutzer helfen, ein fertig einsetzbares Produkt zu erhalten und einzusetzen. Dies sind v.a. Dienstleistungen, die

  • dabei helfen, OSH fertigzustellen (implementieren, in Einsatzumgebung einzupassen, Fertigung vorzubereiten, Bauteile zu beschaffen)

  • dabei helfen, OSH zu benutzen (Entwicklung von Zubehör / Schnittstellen, Schulung / Training, auf die Anwendungsbedingungen anpassen, Ergebnisse interpretieren und Schlussfolgerungen ziehen, …)

  • Qualität sichern und zertifizieren (Konformität mit Standards, Einhaltung von Leistungsparametern)

Für Forschungseinrichtungen naheliegende Dienstleistungen sind klassische Forschungs- und Entwicklungsprojekte bzw. Auftragsforschung. Das können Weiterentwicklungen der zugrundeliegenden Technologie oder Anpassungen an bestimmte Anforderungen der Nutzer sein. Dafür wird die Forschungseinrichtung direkt vom Auftraggeber oder im Rahmen eines öffentlich geförderten Verbundprojektes von einem öffentlichen Geldgeber bezahlt.

Dienstleistungen können von allen möglichen Akteuren angeboten werden – Forschungseinrichtung selbst, Unternehmen im Umfeld der Forschungseinrichtung oder einem unabhängigen Unternehmen / Startup.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass Dienstleistungen schlechter skalieren als ein physisches Produktgeschäft: für ein Mehr an Umsatz muss meist ein ähnliches Mehr an personellem Aufwand betrieben werden. Der zu verkaufende Wert ist das Know-how und die Expertise der beteiligten Personen, welches viel schwieriger zu vervielfältigen ist als ein physisches Produkt in Serienfertigung.

Herstellung und Verkauf fertiger Hardware

Business Modell Dienstleistungen

OSH bedeutet, dass die physische Fertigung der Hardware beim Nutzer oder einem Dritten liegt. Dies kann durch die Entwickler bzw. mit ihnen verbundene Akteure übernommen werden. Der Nutzen dieses Geschäftsmodell ist, dass die Nutzer keinen zusätzlichen Aufwand treiben müssen, um eine OSH nutzen zu können – so wie es auch bei kommerziellen Produkten die Regel ist. Damit entfällt der Bedarf für Materialbeschaffung, Anlagen und der für die Fertigung notwendigen Kenntnisse,

Für die Umsetzung ist oft ein Unternehmen als weiterer Akteur notwendig: Die Herstellung fertiger, zuverlässiger OSH-Produkte in größerer Stückzahl ist nicht die Kernkompetenz von Forschungseinrichtungen. Auch die ggf. dafür notwendigen Investitionen für Anlagen können sie schlecht rechtfertigen. In bestimmten Fällen, wenn z.B. für die Fertigung der Zugriff auf spezielle, teure Maschinen notwendig ist, können aber auch forschungsnahe Unternehmen dieses tun.

Für private Unternehmen ist dieses Geschäftsmodell attraktiv, weil die Produktion fertiger Produkte gut skaliert – mit relativ wenig zusätzlichem Aufwand kann ein signifikant höherer Umsatz erzielt werden.

Duale Lizenzierung

Business Modell Dienstleistungen

Duale Lizenzierung bedeutet, dass OSH nicht allen Nutzergruppen oder allen Nutzungsarten unter gleichen Bedingungen zur Verfügung steht. Bestimmte Nutzergruppen (Privatpersonen, gemeinnützige Akteure, Bildungs- oder Forschungseinrichtungen, …) erhalten die Hardware unter einer Open Source Lizenz. Andere Akteure, z.B. gewerbliche Unternehmen, müssen gewerbliche Lizenzen erwerben.

Dies kann verstärkt werden durch die Nutzung einer sog. Copyleft Lizenz, die dazu zwingt, abgeleitete Werke unter die gleiche Lizenz zu stellen und kommerzielle Nutzungen ausschließt – parallel werden kommerzielle Lizenzen angeboten.

Eine Variante ist die sog. Time-Release Open Source. Dabei werden Technologien erst nach einer gewissen Zeit oder bei Vorliegen neuerer Versionen als Open Source verfügbar gemacht.

Dieses Geschäftsmodell ist sowohl bei Forschungseinrichtungen als auch kommerziellen Anbietern möglich und verbreitet. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass Erwerber kommerzieller Lizenzen dann auch kommerzielle Bedingungen hinsichtlich Qualität, Service und Haftung erwarten. Duale Lizensierung lässt sich gut mit dem Open Core Modell.

Time-Release Open Source hingegen wird nahezu ausschließlich von kommerziellen Unternehmen genutzt: durch die zeitlich beschränkte Exklusivität sichern sie sich Marktvorteile und Erlöse, später veröffentlichen sie die Technologien.

Gemeinwohlfinanzierung

Business Modell Dienstleistungen

Die ersten Entwicklungs- und Verbreitungsschritte einer OSH erfolgen meist aus anderen Kontexten heraus – einem Entwicklungsvorhaben in einem Unternehmen, einem Forschungsprojekt oder privater Neugierde. Mit zunehmender Komplexität des Projekts sowie steigenden Nutzer- und ggf. auch Entwicklerzahlen steigen auch Koordinations-, Kommunikations- und Supportaufwand. Hier kommt oft der Punkt, an dem dieser Aufwand in bisheriger Form nicht mehr (vollständig) getragen werden kann.

Hier kann der Staat, Stiftungen, oder auch spendende Unternehmen sowie Privatpersonen einspringen und durch einmalige bzw. regelmäßige Zahlungen ohne eine direkte Gegenleistung diesen Aufwand decken helfen. Typische Formen dafür sind

  • Spenden

  • Sponsoring

  • Crowdfunding

  • öffentliche Finanzierung (Grund- oder Projektfinanzierung)

Für die Finanziers, ob Staat, Stiftungen oder sonstige Organisationen, erwarten sich verschiedene Arten von Nutzen:

  • Technologiepolitische Motive (Verhinderung von marktbeherrschenden Stellungen/Monopolen, Kontrolle über bzw. Verhindern der Abwanderung von Technologiekompetenzen, Förderung von F/E-Kapazitäten, etc.)

  • (echter) Altruismus

  • Kommunikation mit „Altruismus“ (Werbung, PR)

  • Sicherung einer gemeinsamen Technologiebasis (v.a. wenn mehrere Unternehmen gemeinsam finanzieren)

Beim Crowdfunding steht zumindest teilweise auch ein unmittelbarer Nutzen für Geldgeber im Raum: früherer oder anderweitig privilegierter Zugang zum entstehenden, in frühen Phasen knappen Produkt ist eine häufige Gegenleistung.

Dieses Geschäftsmodell ist für verschiedene Organisationsformen in unterschiedlichem Maße geeignet. Öffentliche Mittel sind für eine Forschungseinrichtung viel einfacher zu erlangen als für ein Unternehmen, v.a. wegen Wettbewerbs- und Beihilferecht). Spenden und Sponsoring kann grundsätzlich jeder entgegennehmen, wobei einer öffentlichen oder gemeinnützigen Einrichtung in der Regel mehr gespendet wird als einem kommerziellen Unternehmen. Gemeinnützige Einrichtungen (wie z.B. Forschungseinrichtungen) werden oft steuerlich begünstigt.

Der Aufwand für dieses Geschäftsmodell sollte nicht unterschätzt werden, da viele Zwecke (nicht nur OSH) um die Aufmerksamkeit und das Geld von Spendern, Sponsoren, aber auch des Staates konkurrieren. Für viele kleine oder mittlere Projekte wird der finanzielle Erfolg oft nicht das erhoffte Ausmaß annehmen.

Mitgliedschaft / Community

Business Modell Dienstleistungen

Ähnlich wie die Gemeinwohlfinanzierung basiert die Mitgliedschaft auf einem indirekten Nutzenversprechen. Ein Mitglied unterstützt allgemein die weitere Entwicklung und Unterhaltung mit Geld. Im Gegenzug können ihm bestimmte Rechte eingeräumt werden. Die Mitgliedschaft kann formalrechtlich in einem Verein, aber auch lediglich durch vertragliche Vereinbarung erfolgen.

Der Nutzen kann sowohl mittelbar als auch unmittelbar sein. Unmittelbarer Nutzen ist z.B. die Möglichkeit, als Teil der Mitgliedschaft eine bestimmte Zahl oder Menge an Dienstleistungen (Support, Entwicklung) und/oder Zugriff auf bessere Varianten der OSH (früherer Zugriff auf neue Versionen, Zugriff auf zusätzliche Features – siehe auch Freemium / Open Core zu erhalten. Unternehmen bieten teilweise auch Rabatte auf Ersatzteile und Zubehör an. Ein mittelbarer Nutzen kann z.B. die Mitsprache bzw. Mitbestimmung darüber sein, wie und in welche Richtung die weitere Entwicklung der OSH erfolgen soll.

Das Mitgliedschaftsmodell ist eher für Forschungseinrichtungen oder ähnliche, gemeinnützig orientierte Organisationen geeignet. Die zu erzielenden Erlöse sind meist überschaubar und dienen eher der Deckung der notwendigen Kosten für Services oder das Communitymanagement als der Erzielung attraktiver Gewinne.

Open Core / Freemium

Business Modell Dienstleistungen

Prinzip des Open Core Modells ist, dass um einen Open Source Kern eine Reihe proprietärer Peripherieelemente angeboten werden. Teilweise ist der Kern ohne diese Peripherie gar nicht nutzbar. Teilweise ist das Geschäftsmodell auch als Freemium bekannt, einem Kofferwort aus Free und Premium. Dabei sind die Basisfunktionen kostenlos, zusätzliche (Premium-) Komponenten kosten Geld.

Eine Sonderform ist, wenn der (möglichst bekannte) Name eines OSH-Projektes markenrechtlich geschützt und nur gegen Bezahlung lizenziert wird. Damit kann zwar jedermann die OSH frei nutzen, darf sie jedoch nicht unter ihrem bekannten Namen verwenden und vermarkten.

Für Anwender sind technische oder organisatorische Zusatzfunktionalitäten attraktiv, die die Herstellung und den Einsatz einer OSH komfortabler oder effizienter gestalten. Teilweise werden diese Peripherieelemente auch zwangsweise dazu verkauft im Sinne eines Lock-in-Effektes: der Kern ist ohne Peripherie für bestimmte Anwendungen sonst gar nicht nutzbar. Nutzer umgehen das teilweise, indem sie notwendige Peripherie selbst entwickeln.

Mit Lizenzierung der Marke können Nutzer vom guten Ruf einer etablierte OSH-Marke profitieren. Die technische Leistungsfähigkeit der OSH Produkte ist zwar die gleiche, die Glaubwürdigkeit bei Endkunden aber mit Marke deutlich höher.

Das Open Core Modell ist vorwiegend für kommerzielle Akteure geeignet, weniger für Forschungseinrichtungen. Die Markenlizenzierung kann auch durch Forschungseinrichtungen effektiv genutzt werden.

Verkauf von Zubehör oder Merchandise

Business Modell Dienstleistungen

Parallel zu einer OSH werden begleitend Produkte verkauft. Dies können Merchandise-Artikel sein, aber auch Zubehör aller Art wie Komponenten für den Bau oder Verbrauchsmaterial für den Betrieb einer OSH. Das ist aus verschiedenen Gründen nützlich:

  • Komfort: notwendiges Zubehör wie Bauteile, Zusatzkomponenten oder zugehörige Verbrauchsmaterialien wird aus einer Hand (dem OSS/OSH-Anbieter) gekauft, was den Bezug dieser sowieso notwendigen Dinge vereinfacht (Bezug aus einer Quelle, idealerweise geprüfte Qualität oder Kompatibilität).

  • Unterstützung: durch den Kauf über den OSH Anbieter wird dieser mittelbar finanziell unterstützt.

  • Signaling: mit Merchandise kann der Käufer seine Zugehörigkeit zu einer Community oder die finanzielle Unterstützung dieser in seinem Umfeld demonstrieren.

Dieses Geschäftsmodell kommt eher für kommerzielle Anbieter in Frage, da mit dem Handel von Zubehör die normalen kommerziellen Risiken verbunden sind (Vorfinanzierung von Produktion, Haftungsrisiken, einbrechender Abverkauf etc.). Lediglich Merchandise ist auch im Umfeld von Forschungseinrichtungen gebräuchlich.

Während der Verkauf von Zubehör auch bei kleineren Projekten funktioniert, ist das Merchandising nur bei wirklich großen und bekannten Projekten wirtschaftlich lohnend.