Zum Inhalt

Was ist Open?

Open Science hat viele Ausprägungen. Für den Technologietransfer ist es entscheidend, die einzelnen Konzepte klar darzustellen.

Open Science

Open Science ist ein übergreifender Ansatz, der wissenschaftliches Wissen offen verfügbar, zugänglich und wiederverwendbar macht. Er stärkt die Zusammenarbeit, fördert den Austausch und erhöht den gesellschaftlichen Nutzen von Forschung. Ziel ist es, Forschung nicht nur für die wissenschaftliche Gemeinschaft, sondern auch für Bürger:innen, Organisationen und Entscheidungsträger transparent und mitgestaltbar zu machen.

Open Science umfasst verschiedene Praktiken: offene Publikationen (Open Access), offene Daten (Open Data), quelloffene Software und Hardware (Open Source), offene Methoden und offene Infrastrukturen, unterstützt von Open Source Program Offices.

Open Data

Open Data bezeichnet Daten, die öffentlich, kostenlos und unter klaren Bedingungen nutzbar sind. Für den Technologietransfer ist die Unterscheidung wichtig: Es gibt drei Haupt­kategorien – Open Government Data (staatliche Daten), Nutzerdaten (z. B. Gesundheitsdaten, gesetzlich geschützt) und Forschungsdaten (Messdaten, Simulationen, ...).

Fokus dieses Booklets sind Forschungsdaten. Anders als Open Government Data müssen diese nicht automatisch kostenfrei sein, da ihre Aufbereitung und Bereitstellung Ressourcen erfor­dert. Sie sollen so dokumentiert und strukturiert sein, dass Dritte sie verstehen, überprüfen, wiederver­wenden und in eigene Untersuchungen einbeziehen können.

Open-Source-Software (OSS)

Open-Source-Software beschreibt Software, deren Quellcode offen zugänglich ist (quelloffen). Nutzer:innen dürfen ihn einsehen, nutzen, an­passen und weitergeben. Dies fördert Zusammenarbeit, Sicherheit und ­Innovation, da Fehler schneller erkannt und Verbesserungen gemeinsam entwickelt werden.

OSS ist das etablierteste der »Open-Konzepte« und in der Forschung weit verbreitet. Für den Transfer gibt es bereits eine Vielzahl an Werkzeugen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Da wir uns in diesem Booklet auf Hardware, Daten und Infrastruktur fokussieren, verweisen wir auf externe Expertise.

Das Projekt SoftWert hat hervorragende Hilfsmittel für den Umgang mit und den Transfer von Open-Source-Software entwickelt: www.SoftWert.org

Open-Source-Hardware (OSH)

Open-Source-Hardware überträgt das Prinzip von Open Source auf physische Produkte. Dazu zählt alles, was technische Komponenten erfordert – von Elektronikbausteinen bis hin zu Laborausrüstung.

Entscheidend ist die vollständige Offenlegung der Konstruktionsdaten. Technische Zeichnungen, Schaltpläne, Bauteilelisten und Bauanleitungen sind frei verfügbar, sodass Geräte nachgebaut, modifiziert und weiterent­wickelt werden können.

Open Research Infrastructure

Eine Open Research Infrastructure (offene Forschungsinfrastruktur) ist ein integriertes Umfeld, in dem Betreiber und Nutzer aus Forschung und Indus­trie Forschungsinfrastrukturen gemeinsam nutzen oder sogar weiterent­wickeln.

Forschungsinfrastruktur umfasst dabei alle für Forschung notwendigen technischen Systeme, Plattformen und Dienste: physische und digitale ­Komponenten wie Labore, Labor­analytik, Messplätze und Experimen­talausrüstung, aber auch Daten­managementsysteme und Rechen­ressourcen. Eine offene Forschungsinfrastruktur baut auf wechselseitigem Nutzen, klaren Leistungsbeziehungen und langfristigen Partnerschaften auf.

Open Source Program Office (OSPO)

Ein Open Source Program Office (OSPO) ist eine zentrale Organisationseinheit einer Institution, die den strategischen, rechtlichen und operativen Umgang mit Open-Source-Projekten sowie Open-Science-Ergebnissen koordiniert. Während OSPOs in der Industrie bereits etabliert sind, gewinnen sie in der Forschungslandschaft zunehmend an Bedeutung. Forschungsprojekte bewegen sich in einem Spannungsfeld aus Publikation, Technik, Recht und Wirkung – das OSPO hilft, diese Komplexität zu navigieren, Ressourcen zu bündeln und die Interessen von Entwickler:innen und Organisationen zu vertreten.